Zum Inhalt springen

Wie eine Mail ankommt

E-Mail ist älter als das Web und wurde ohne Absenderprüfung entworfen. Alles, was heute über Echtheit und Spam entscheidet, ist nachträglich darübergelegt. Das erklärt, warum Zustellung manchmal wie Glückssache wirkt.

Ein Programm übergibt die Nachricht per SMTP an einen Server, der sie annimmt. Dieser sucht im DNS der Empfängerdomain den MX-Record, also den Namen des zuständigen Mailservers, und liefert dort ab.

Zwei Dinge folgen daraus. Erstens: Ohne MX-Record kommt keine Mail an, unabhängig davon, ob die Website läuft. Zweitens: Der MX zeigt auf einen Namen, nicht auf eine Adresse, und er kann mehrere Ziele mit Vorrang nennen, damit ein zweiter Server übernimmt, wenn der erste nicht antwortet.

Greylisting weist eine unbekannte Absenderkombination beim ersten Versuch vorläufig ab und nimmt sie beim zweiten an. Ein regelkonformer Mailserver wiederholt automatisch, ein einfacher Massenversender oft nicht. Der Preis dafür ist eine Verzögerung von Minuten bei der ersten Mail eines neuen Absenders. Das ist kein Fehler, sondern der Zweck.

Alle drei sind DNS-Einträge in der Zone der Absenderdomain. Sie beantworten drei verschiedene Fragen, und sie ersetzen einander nicht.

SPF beantwortet: Wer darf im Namen dieser Domain einliefern? Der Eintrag listet die erlaubten Server. Er hat eine harte Grenze: Wird die Mail weitergeleitet, ändert sich der einliefernde Server, und SPF schlägt fehl, obwohl nichts falsch ist.

DKIM beantwortet: Ist die Nachricht unverändert und stammt sie aus dieser Domain? Der Versender unterschreibt Kopfzeilen und Inhalt kryptografisch, der öffentliche Schlüssel steht im DNS. Eine Weiterleitung überlebt das, solange niemand den Inhalt anfasst.

DMARC beantwortet: Was soll der Empfänger tun, wenn SPF und DKIM nicht passen? Der Eintrag nennt eine Handlungsanweisung, von nur beobachten über in den Spam-Ordner bis abweisen, und eine Adresse für Berichte. Erst DMARC macht aus den beiden Prüfungen eine Aussage.

Technisch korrekte Mail wird trotzdem gefiltert, wenn die Absenderadresse oder das Netz einen schlechten Ruf hat. Empfänger bewerten das Verhalten über Zeit: Beschwerden, Zustellversuche an nicht existierende Empfänger, plötzliche Mengensprünge. Deshalb ist ein neuer Versandweg anfangs zurückhaltend zu benutzen, und deshalb schadet eine einmalige große Aussendung an eine alte Liste mehr als sie bringt.

Was davon im dash sichtbar ist, steht unter Mail-Check; die Einstellungen der Postfächer stehen unter Spam und Virenschutz.